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26.07.2010 |
 Nachdem ich mein Studium an der ETH Zürich im vergangenen Winter abschliessen konnte, startete ich letzte Woche noch zu meinem zweiten und zugleich letzten Mal an den Studenten-Weltmeisterschaften. Die Wettkämpfe unterbrachen den harten Trainingsblock und stellten den persönlichen Test vor der WM in Trondheim dar. Mit einem Sieg in der Lang- und Mitteldistanz erfüllte ich alle Erwartungen. Ein Wehrmutstropfen bleibt die Staffel, wo ich für einmal unter meinem Möglichkeiten blieb.
Gleich anschliessend ans Traininglager in Trondheim, wo wir mit dem Nationalkader die WM von Mitte August vorbereiteten, fand die Studenten WM in Borlänge (Schweden) statt. So konnte ich meine Hauptprobe im Rahmen von hochkarätigen Wettkämpfen und mit dem (hoffentlich) exakt gleichen Wettkampfprogramm (Langdistanz, Ruhetag, Mitteldistanz, Staffel) durchführen. Da die Aufstellung der WM-Staffel von Trondheim erst einen Tag vor dem Wettkampf bekannt gegeben wird, ist meine Teilnahme dort noch ungewiss. Für die Lang- und Mitteldistanz ist mein Start sicher.
Langdistanz
 In der Langdistanz gehörte ich klar zu den Favoriten. Dies erzeugte etwas zusätzlichen Druck, was mir persönlich gelegen kam. Ich freute mich sehr auf den Wettkampf und das harte Laufen in den Sümpfen und Heidelbeeren. Im ersten Teil des Laufes musste ich mich zuerst etwas ans maximal mögliche Tempo herantasten. Ich wollte nicht zu schnell starten und mich hauptsächlich auf die Karte konzentrieren. Nach einigen Kilometern wurde ich immer sicherer und konnte etwas näher ans Limit gehen. Ich blieb mehr oder weniger fehlerfrei und sicherte mir den Sieg mit mehr als vier Minuten – ein Auftakt, der nicht besser sein könnte! Mitteldistanz Im Mitteldistanz-Wettkampf hatte ich gefühlsmässig mehr zu kämpfen. Die Beine fühlten sich etwas müde an und ich beging zudem einen Fehler im letzten Teil der Bahn. Das Tempo war aber dennoch sehr gut und ich erreichte mehrheitlich mein technisches Optimum. Da der Lauf in steilerem Gelände stattfand, fühlten sich die Strecke und das Laufen am Limit härter an. An einer „normalen“ Weltmeisterschaft hätte mich der Fehler zu Posten 12 wohl aus den Diplomrängen geworfen. Dass der Test nicht perfekt gelang, ging im Ziel aber gleich wieder vergessen… Staffel
 Gleich am Tag darauf folgte mit der Staffel der letzte Wettkampf. Meine Teamkollegen Severin Howald und Andreas Kyburz legten gut vor. Sie blieben sozusagen fehlerfrei und verloren dabei nur sehr wenig Zeit auf die führenden Teams. Es war noch alles möglich – wie ich zuerst dachte. Nach dem Wettkampf muss ich aber gestehen, dass ich an jenem Tag nicht die physische Stärke hatte, um 2:30 Minuten im einfachen und schnell belaufbaren Gelände auf die führenden Teams gut zu machen. Anscheinend hatten die harten Trainings und Wettkämpfe der vorangehenden zwei Wochen doch etwas Spuren hinterlassen. Bereits bei Posten vier hatte sich mein Rückstand wegen etwas längeren Gabelungen leicht vergrössert. Danach kam ich zwar noch einmal etwas heran und ein Podestplatz wäre eventuell noch drin gelegen. Im entscheidenden Moment, als ich das Team Frankreich und Schweden 2 beinahe aufgeholt hatte, riskierte ich aber zu viel und war technisch zu fahrlässig. Ein Fehler von zwei Minuten resultierte und warf mich zwischenzeitlich sogar auf Rang 6. Dank einer guten Schlussschlaufe und einem schnellen Zielspurt erreichten wir schliesslich den leicht enttäuschenden fünften Schlussrang. Mit der Hauptprobe bin ich über alles gesehen mehr als zufrieden. In den nächsten knapp zwei Wochen kann ich mir noch den Feinschliff für die WM holen!
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