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13.11.2007 |
 Ich war sehr froh als wir am Freitagabend in den Zug stiegen. Zum einen war gerade eine etwas hektische Woche überstanden und, was noch viel besser war: wir waren auf dem Weg in den Süden. Mit dem Nachtzug reisten wir via Bologna, wo wir um 5 Uhr morgens umsteigen mussten, nach Venedig. Dort wartete bereits die Sonne (bei allerdings kühlen Temperaturen).
Anlass zur Reise war eigentlich primär, dass ich noch nie in Venedig war. Der Venedig Stadt OL war eine gute Gelegenheit dies nachzuholen. Nach einem Tag Sightseeing und vielen Touristenfotos freute ich mich, die Stadt noch etwas anders kennen zu lernen. Mit Hilfe einer OL Karte. Und dies obwohl ich neben vielen Begeisterten auch schon einige negative Stimmen gehört habe im Vorfeld. Es gäbe viel zu viel Volk in den engen Gassen und ein Wettkampf sei daher nicht wirklich lustig. Nun hatte ich Gelegenheit, dies selbst zu erfahren.
 Gleich wenige Meter nach dem Start lief ich in eine erste Sackgasse, was mich etwas wach rüttelte. Danach hatte ich aber die Aufgaben über weite Strecken im Griff und begann mich richtig zu freuen. Es war eine Herausforderung in einem der grössten Labyrinthe der Welt die richtigen Entscheide zu fällen. Zu Posten drei lief ich absichtlich über den Piazza San Marco und war überrascht, wie gut man dort trotz Menschen- und vor allem Taubenansammlung vorwärts kam. Einmal erkannte ich sogar das Cafe, wo wir am Tag zuvor noch Gelati genossen hatten. Doch leider blieb es nicht ganz so schön bis zum Schluss. Im Mittelteil ging die Bahn über weite Strecken genau den Massen nach. Es war mühsam zu Rennen und auch störend für die vielen Touristen. Stop-and-go-Strategie war angesagt. Viele Male blieb man stehen, wartete bis der Kinderwagen über die Brücke getragen wurde. Dann endlich, nachdem mir schon etwas die Wettkampflust vergangen war, kamen wieder ruhigere Gassen und es machte wieder Spass. Mit etwas Glück konnte ich den Lauf für mich entscheiden. Sechs Sekunden betrug mein Vorsprung auf Oli Johnson. Verglichen mit den Wartezeiten war dies wirklich unbedeutend. Das Fazit war für mich sehr positiv. Es war ein super Anlass. Einen sehr wichtigen Wettkampf dürfte man zwar unter diesen Umständen natürlich nicht austragen. Aber wenn man den Lauf primär als Erlebnis nimmt, dann stören auch die Bedingungen nicht. Vielleicht sollte man sich überlegen, den Wettkampf etwas früher durchzuführen, das heisst schon ab 8 Uhr starten. Für die zahlreichen OL Fans wäre wahrscheinlich das frühe Aufstehen kein Problem und für Geniesser könnte man spätere Startzeiten beibehalten.
 Der Rückweg vom Nachtessen zur Schiffhaltestelle wurde übrigens dann ziemlich lange. Ich dachte, dass ich mich auf mein Gedächtnis und den Orientierungssinn verlassen konnte und so wählten wir einen anderen Weg als die meisten Touristen. Nach einer Weile wurde ich unruhig, da es viel zu lange dauerte bis wir an den St. Markusplatz kamen. Am Ende hatten wir eine Gasse insgesamt viermal gesehen. Dreimal von der einen und einmal von der anderen Richtung. In Venedig ist ohne Karte auch ein Weltmeister verloren… |
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